PRESSESTIMMEN


Mica am 04.09.2012
Elektronische Popmusik, die sich auf erfrischende Art nicht im Zitieren bereits tausend Mal gehörter Formate verliert, sondern, ganz im Gegenteil enorm viel Eigenständigkeit und Charme besitzt, genau eine solche ist auf dem Debüt-Album „Am Anfang war das Lied“ (Lindo Records) des Wiener Duos La Fons zu hören. Alfons Bauernfeind und Nina Brunner, die beiden kreativen Köpfe hinter diesem Projekt, unterstreichen eindrucksvoll, dass es in der Popmusik immer noch möglich, ganz eigene Wege zu gehen und auch fernab jegliche Mainstreamsounds zu reüssieren. Das Zweiergespann beherrscht hörbar die Kunst des anspruchsvollen Songwritings, es weiß, wie man wirklich Spannendes mit Qualität und Tiefgang fabriziert, das zugleich auch unterhält. Ein wirklich beachtliches Erstlingswerk, das Spaß macht. Veröffentlicht wird „Am Anfang war das Lied“ am 14. September.

Hört man sich durch die insgesamt neun Stücke des Debüts durch, wir sofort klar, dass man es hier mit einer Band zu tun hat, die sich bewusst nicht an den Schema-F Strukturen des Pop entlang hantelt. Vielmehr unternehmen der Gitarrist und Elektroniker Alfons Bauernfeind und Sängerin Nina Brunner den Versuch, ihre ganz eigene Klangästhetik zusammen zu basteln. Was auch ganz vortrefflich gelingt. Die Songs erklingen irgendwie erfrischend anders und wollen auch nicht wirklich in eine bestimmte stilistische Schublade hineinpassen. Obwohl eher minimalistisch und reduziert zu Werke gehend, gelingt es dem Wiener Zweiergespann der Musik doch eine gewisse Vielschichtigkeit und Eigenwilligkeit zu verleihen.Irgendwo zwischen sanften Gitarrenmelodien, ungewöhnlichen und spannenden elektronischen Sounds und Beats aus dem Computer agierend, jonglieren La Fons quasi mit den verschiedenen, den zur Verfügung stehenden  Elementen, um sie auf kunstvolle Art immer wieder, von Song zu Song neu aneinanderzureihen. Wirkliche Wiederholungen gibt es keine. Ein jedes Stück steht für sich und entwickelt seine ganz eigene Atmosphäre und Stimmung, wodurch der Spannungsbogen des gesamten Albums vom Anfang bis zum Ende durchgehend hoch bleibt.


Zusammenfassend kann man sagen, dass La Fons mit „Am Anfang War das Lied“ ein wirklich starkes und niveauvolles Stück Musik gelungen ist, dem man als Liebhaber anspruchsvoller Popklänge auf jeden Fall Gehör schenken sollte. Bei solch einer Qualität bleibt zu hoffen, dass man von Alfons Bauernfeind und Nina Brunner auch in Zukunft noch so einiges zu hören bekommen wird. (mt)

Mica - Artikel


Sebastian Fasthuber Falter : Wien 35/2012 vom 29.8.2012 (Seite 31)

Träumereien und andere Rebellionen
... Neu am Start ist das Frau-Mann-Duo La Fons, das erst seit einem Jahr existiert und nun ein überraschend dichtes Debütalbum namens „Am Anfang war das Lied“ (Lindo Records) vorlegt. Nina Brunner (Gesang, Texte) und Alfons Bauernfeind (Musik) schöpfen ihre Kreativität aus dem Verzicht und gewinnen der reduzierten Instrumentation aus Gitarre, Elektronik sowie Schlagzeug aus der Dose einige schöne Nuancen ab – und klingen dabei mindestens so kämpferisch wie verträumt.



DER HAUBENTAUCHER, 31. AUGUST, 2012
CD des Monats

Zirpen. Eine einsame E-Gitarre. Dann die Stimme einer Frau. Dazwischen ein paar elektronische Töne, punktgenau gesetzt. 

La Fons, das sind Gitarrist Alfons Bauernfeind und Sängerin Nina Brunner. Die beiden bieten dem Publikum auf ihrer Debut-CD eine klare Soundlandschaft voller kleiner cinematographischer Impressionen. Minimalistisch klingt das, aber nie eintönig. In Brunners Texten geht es um Reisen - auch zu sich selbst, um den Sturm und die Ruhe davor und danach. Würde man diese Platte ohne jeden Hinweis zu hören bekommen, würde man wohl nie auf österreichische Provenienz tippen, sondern eher auf ein Werk der bislang unbekannten jüngeren Schwester von Polly Jean Harvey. 

Die beiden waren im Sommer auf Tour entlang der Donau und präsentieren ihre CD am 4. September ab 20 Uhr in der Wiener Sargfabrik. Hingehen, hinhören!



Anstatt Kreise zu schließen, begibt man sich bei La Fons lieber direkt an die Quelle, huldigt der Bandname doch dem zweigesichtigen römischen Quellgott. Die beiden Gesichter des österreichischen Electropopduos und Ehepaars sind die Sängerin und Texterin Nina Brunner und der Gitarrist und Elektroniker Alfons Bauernfeind. Wenn Sie wollen, können Sie La Fons als die österreichischen 2Raumwohnung abspeichern, doch kämen Sie mit diesem Vergleich nicht weit, denn anstatt den „Sophisticated Lo-Fi Pop“ 2Raumwohnung’scher Provenienz weiter zu kultivieren, hat man sich bei Le Fons ganz dem Electro-Singer/Songwriter-Dreampop verschrieben.
Im Grunde kann man die Musik auf „Am Anfang war das Lied“perfekt mit einem „La Fons“-Songtitel beschreiben: beautiful 2.0! Der Song selbst besticht durch Grillengezirpe, ätherischen Gesang über grummelnden Electroabgründen, Stellen voller Spanish-Guitar-Flair und noch schöneren Harmoniegesang im letzten Chorus. Über allem klingt ein gar nicht mal so wilder, aber umso weiterer Westen inklusive der Schönheit einsamen Cowboytums an; und wie sich die Stimmen Brunners und Bauernfeinds umgarnen, umarmen und wieder voneinander lösen, das ist: schön 2.0!

Ein weiterer Lieblingstrack ist „Please“, das wie gehabt durch sphärische Harmonien bezaubert, bis diese von einem knochentrocken-funkrockigen Teil abgelöst werden. Liz Frazer trifft auf Mick Jagger, weiß auf schwarz, weibliches Prinzip auf männliches, Yin auf Yang ... Ach, da wünscht man sich doch glatt, auch ein Duo zu sein, um diese Möglichkeit des (Rollen-)Spiels mit den Gegensätzen zu haben! „Never Return“ dann ist der wohl hypnotischste Track des Albums: Ein bezwingender Stop-'n'-Go-Beat, schwül-suggestive Vocals und dann wieder diese knochentrockenen Gitarren – mehr Zutaten braucht es nicht für ein sexy Songkleinod!
Ganz zauberhaft auch, wenn Brunner wie bei „Verrückt mich ins All“ auf deutsch singt – hier erinnert sie mich ein bisschen an die Esther Kaiser von „Sternklar“. Ein ganzes „La Fons“-Album auf Deutsch, das wäre auch etwas! Geschlossen wird das Album von einer Reprise von „Beautiful“, das gewissermaßen beautiful 1.0 ist, mitsamt dem einsamen, sternenküssenden Cowboy, der so lange schön ist, wie die Nacht währt. Und damit schließen La Fons dann doch einen Kreis – den der Schönheit. 
(Autorin: Victoriah Szirmai)


 „Am Anfang war das Lied“ (CD)

Genre: Elektro-Pop
Erscheinungsjahr: 2012
Tracks: 9

Das im Jahr 2011 entstandene Neoprojekt „La Fons“ (Anm.: benannt nach dem zweigesichtigen römischen Gott der Quellen) ist ein Elektro-Pop Duo, welches in Österreich beheimatet ist. Die zwei MusikerInnen Nina (Sängerin, Texterin)und Alfons (Gitarrist, Blockwerk, Cunning Dorx) veröffentlichen nach ihrer Tour quer durch Österreich und Deutschland binnen weniger Monate ihr Depütalbum „Am Anfang war das Lied“.

Den beiden Musikern ist es wichtig mit ihrem Werk eine Geschichte zu erzählen und durch ihr minimalistisches Dasein musikalisch zu punkten. Doch das Wort Minimalismus findet meiner Meinung nach absolut keinen Halt und löst sich schon nach dem ersten Track auf. Unglaublich sphärisch (Anm. d. Red.: Pink Floyd lässt grüßen) und anregend klingt ihre musikalische Performance. Die Lead Vocals der Sängerin Nina wie auch die stimmliche Background Arbeit des Multitasking Künstlers Alfons setzen einen in Ekstase.

Song um Song wird ihre Absicht klar.....etwas Einzigartiges und so Tiefgreifendes zu kreieren, dass die HörerInnen nicht anders können als jegliches Schaffen der Band „La Fons“ zu verfolgen und in sich aufzusaugen.

Im Elektro-Pop Bereich vermutlich eine der interessantesten Kreationen, die in unserem Land herumschwirren. Jeder Song ergänzt sich durch den darauffolgenden was in Summe ein Klasse Werk ergibt. Die Electro- und Gitarrenlines sind sehr stimmig gewählt und bieten für die mehr als gute Gesangslinie von Nina das perfekte Terrain um sich grenzenlos entfalten zu können.

Da bleibt nur noch eines zu sagen:
Album kaufen und sich dieser fangenden Musik hingeben!

 My Favorites:
After All – Please – Never Return - Beautiful

(verfasst von Ingo, november 2012)



Chris P., 16.9.2012, www.musikreviews.de

Jetzt, da der Herbst in großen Schritten naht, umhüllt uns alle wieder mehr Textil, die Heizungen werden wieder in Betrieb genommen, und auch „Am Anfang war das Lied“, das Debüt dieses österreichischen Duos wird den Körper mit Wärme ausfüllen - denn LA FONS verströmen mit ihrer Musik eine wohlig-gemütliche, intime, heimelige und eindringliche Atmosphäre, die sich wie ein flauschiges Ganzkörperwollkondom an die Haut schmiegt, so dass man sich wie eine Katze vor dem Kamin fühlt, die zudem noch in den Schlaf gekrault wird.
Bis auf ein paar flottere Ausreißer der Marke „Please“ und „Shaken By A Storm“ bleibt die Tonkunst von BLOCKWERK- und CUNNING DORX-Musiker Alfons Bauernfeind sowie Nina Brunner alias LA FANTS ruhig und beinahe fragil. Die Elektronik ist eine wichtige Komponente im Bandsound, doch meist bleibt sie in einer minimalistischen Form zu hören, also mit gediegenem Beat, geschickt platzierten Beeps und Blonks, simplen Basslinien und spartanischen Synthesizern, doch hin und wieder greift Bauernfeind gerne auch mal in seine digitale Trickkiste.
Auch die Gitarren werden recht sparsam dosiert eingesetzt und sind mehr oder minder ein Dynamikverstärker, anstatt irgendwelche Power in den Sound zu bringen, denn diese wäre eher deplatziert. Am wichtigsten auf diesem Kunstwerk ist offensichtlich der Gesang. Gelegentlich von ihrem männlichen Bandgegenüber vokal flankiert, bekommt Nina Brunner hier eine Bühne geboten, auf der sie sich mit phantastischen Melodien austobt und mit ihrer klaren, weichen, kühlwarmen Stimme ein Spiel der Ringe bildet, so als würden Regentropfen in einen stillen See fallen und ein Bild sich ständig weitender Kreise hinein malen. Hin und wieder tauschen die beiden auch ihre Plätze und Nina tritt in den Hintergrund, doch der Effekt bleibt der gleiche. Schöne. Vereinnahmende.
Das Erschaffene stilistisch zu greifen, erweist sich als schwierig. In „After All“ wähnt man sich in tarantinoeskem Trip Hop, Madame Brunner erinnert hier ein wenig an eine kühlere Tracey Thorn (EVERYTHING BUT THE GIRL, MASSIVE ATTACK), und in „Beautiful“ wiederum hat man rein musikalisch das Gefühl, als hätten MAZZY STAR die Elektronik für sich entdeckt. „Sad Sister“ hingegen wird von minimaler Elektronik dominiert und pervertiert auf eine gewisse, respektvolle Weise die klassische Singer/Songwriter-Musik. Da behaupte noch mal jemand, elektronische Musik besitze keine Seele.
Songschreiberische Eskapaden sind auf „Am Anfang war das Lied“ eher nicht vorhanden, vielmehr scheint es dem Twopiece wichtiger zu sein, mit Stimmungen und Feinheiten innerhalb einfach gestrickter und dennoch anspruchsvoller Songs zu punkten - und dieses Rezept geht auf.
FAZIT: „Am Anfang war das Lied“ ist ein Album, das einem nichts weiter abverlangt als die Augen zu schließen, zuzuhören und zu genießen. Ein Album, das einen aus der Hektik des Alltags reißt. Die Zeit ausbremst. Die Spannung aus den Muskeln schwemmt. Das Leben sechsunddreißig Minuten in Zeitlupe laufen lässt.


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